Die Frage, wer im medizinischen Notfall für einen selbst Entscheidungen treffen soll, wenn man dazu selbst nicht mehr in der Lage ist, wird oft verdrängt. Niemand ist davor sicher, vielleicht schon morgen durch einen schweren Unfall dauerhaft das Bewusstsein zu verlieren und darauf angewiesen zu sein, dass ein anderer für ihn spricht. Wenn für diesen Fall keine Vorsorge getroffen wurde, wird das Vormundschaftsgericht bei Bedarf eine Betreuerin oder einen Betreuer zur gesetzlichen Vertretung bestellen. Für diese Situation können Sie vorsorgen, indem Sie Ihre Wünsche bezüglich der Auswahl eines Betreuers wie auch Ihre Vorstellungen über dessen Amtsführung schriftlich formulieren. Wer im Angehörigen- oder Bekanntenkreis auf jemanden zählen kann, dem er unbeschränkt vertraut, sollte überlegen, ob er diese Person für den Fall des Falles bevollmächtigt. Neben der Abfassung einer Vollmacht oder einer Betreuungsverfügung kann auch daran gedacht werden, Regelungen für die spätere Gesundheitsfürsorge festzulegen. Insbesondere die letzte Lebensphase eines Menschen stellt seine Angehörigen oft vor schwierige Entscheidungen. Wer sich dem nicht stellt oder wer bewusst auf eine Regelung verzichtet, muss wissen, dass im Ernstfall andere für ihn entscheiden und hierbei mühsam versuchen werden, den mutmaßlichen Willen des Patienten zu ermitteln. Eine Patientenverfügung ist für die behandelnden Ärzte verbindlich, dies ist seit dem 1. September 2009 gesetzlich festgeschrieben. Sie muss allerdings schriftlich formuliert und persönlich unterschrieben sein. Je eher man sich damit befasst, desto klarer kann man seine Entscheidungen formulieren. Die vorliegende Formularsammlung und die beigefügten Checklisten sollen dazu beitragen, die Notwendigkeit vorsorglicher schriftlicher Regelungen stärker als bisher im Bewusstsein der Menschen zu verankern. Sie beinhaltet konkrete Vorschläge für denjenigen, der aus der Vielzahl der Regelungsalternativen eine schriftliche Vorsorgeform wählen möchte. Der ausschneidbare Vorsorgeausweis wird hierbei im Notfall von Nutzen sein.
Nachdem die wichtigsten Verfügungen bedacht und Vollmachten formuliert wurden, sollte man auch darüber nachdenken, wie man sich seinen Lebensabend in seinem Wohnumfeld vorstellt, welche Wünsche man selbst an seine Wohnung hat. Untrennbar mit diesem Lebensabschnitt ist also auch die Überprüfung der persönlichen Wohnsituation verbunden, deren Anforderungen sich auf Grund möglicherweise eintretender körperlicher Eingeschränktheit verändern werden. Der zweite Teil der vorliegenden Formularsammlung beschäftigt sich ausführlich mit dem Wohnen im Alter, mit Wohnformen und Wohnkonzepten. Selbstverständlich können die vorbereiteten Checklisten nicht alle Befindlichkeiten, Möglichkeiten oder regionale Besonderheiten berücksichtigen, sie können und wollen nur ein Hilfsmittel sein, sich mit dem Thema zu befassen und dazu anregen Angebote kennen zu lernen, genauer anzusehen und sich selbst zu hinterfragen.
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